FORTBILDUNG 

Rückblick auf den ersten Durchgang und neue Termine!

Es ist vollbracht! Nach rund fünf Jahren „Story Care“ auf Hamburger Palliativstationen und in Hospizen, habe ich im Zuge der vielen Nachfragen meine erste eigene Fortbildung in der Palligrafie gegeben. Während Story Care der Dach-Begriff meiner Tätigkeit bleibt, nenne ich das entstehende Dokument jetzt schon seit einiger Zeit Palligrafie, ein Wortspiel aus „Palliativ“ und „Biografie“, angelehnt an die Kalligrafie, die Kunst des schönen Schreibens. 

Im April und im Juni 2024 habe ich diese buchstäblich wunder-volle Arbeit an zwei zusammenhängenden Wochenenden 18 Teilnehmenden aus ganz Deutschland intensiv vorgestellt – und zwar sowohl aus palliativmedizinischer Sicht als auch aus der Perspektive des Storytellings. Die Palligrafie basiert auf Elementen der „Würdezentrieren Therapie“ (Dignity Therapy) nach Professor Harvey Chochinov, die ich in narrative Strukturen übersetzt habe. Neben dem wertschätzenden und würdevollen Rückblick auf das gelebte Leben finden darin u.a. auch persönliche Gedanken über das Sterben ihren Platz.

Von links nach rechts: Janett Peters, Sabrina Görlitz, Dr. Markus Faust

Dieser „Pilot-Kurs“ fand auf dem Gelände der Asklepios Klinik St. Georg statt. Unterstützt wurde ich am ersten Wochenende von Dr. Markus Faust, Chefarzt der Palliativmedizin dort, und von Janett Peters, Stationsleitung und Palliativ Care Fachkraft. Wir haben  uns damit auseinandergesetzt, wie die Palligrafie entstanden ist, d.h. wir haben uns zunächst mit der Würdezentrierten Therapie nach Chochinov beschäftigt, auf der die Palligrafie beruht. An realen Beispielen wurden Gemeinsamkeiten und Unterschiede verdeutlicht. Während ich vor allem über die Kunst des klassischen Storytellings gesprochen habe und darüber, wie archetypische Erzählmuster helfen können, Lebenskreise zu schließen, hat das Duo Faust/Peters über die Besonderheiten und Herausforderungen in der Arbeit mit Palliativ-Patient*innen referiert. Darüber hinaus haben sie allen „Palliativ-Neulingen“ auch einen Überblick über die Geschichte und die Aufteilung der modernen Palliativversorgung mitgegeben.

Im Anschluss ging es um die praktische Umsetzung der Palligrafie. Mittels einer großen Partnerübung wurden die Teilnehmenden immer vertrauter mit dem Format, und nachdem ihnen schließlich noch die erforderlichen handwerklichen und technischen Voraussetzungen vermittelt wurden, waren sie bestens vorbereitet für die Praxisphase. Bis zum zweiten Kurswochenende sollten alle Teilnehmenden eine Palligrafie selbstständig durchführen. Was die meisten auch überaus erfolgreich geschafft haben! 

Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie wunderschön es war, die Mappen und Booklets von palliativ erkrankten Menschen aus ganz unterschiedlichen Ecken Deutschlands zu sehen! Hinzu kam, dass all diese Menschen ihr Einverständnis gegeben haben, dass ihr Palligraf bzw. ihre Palligrafin von ihnen erzählen und sogar aus ihren Palligrafien vorlesen darf. So gut hatte es ihnen gefallen – eine bessere Referenz kann ich mir nicht wünschen.

Und so fand am zweiten Kurs-Wochenende ein inspirierender Erfahrungsaustausch statt und die ganz verschiedenen Fall-Arbeiten wurden intensiv besprochen. Wir befassten uns zudem mit der Rolle des Palligrafen/der Palligrafin und ihrer Abgrenzung zu anderen Professionen. Abschließend ging es um den Aufbau eines Netzwerkes und darum, wie es gelingen kann, diese besondere Biografie-Arbeit am Lebensende weiter zu verbreiten. Mehr darüber erfahrt ihr nach den Sommerferien auf dieser Seite.

Und ja, es gibt neue Termine! Für die neue Masterclass Palligrafie habe ich die wertvollen Erkenntnisse aus dem ersten Durchgang genutzt, um an der ein oder anderen Stellschraube etwas nachzujustieren. Dabei ging es vor allem um die Zugangsvoraussetzungen und die daran geknüpften Möglichkeiten, nach erfolgreicher Teilnahme am Kurs auch wirklich in die Praxis zu kommen. Es zeigt sich, dass Teilnehmende ohne Vorerfahrungen in der Palliativarbeit und die nicht an eine Einrichtung oder eine Organisation angebunden sind, es schwer haben, den Quereinstieg zu schaffen. Auch wenn wir einen kleinen Palliativteil in den Pilotkurs eingebaut hatten, hat sich dieser entweder als unzureichend oder als redundant erwiesen. Daher verzichte ich in der kommenden Fortbildung auf den palliativmedizinischen Überblick und konzentriere mich dafür noch intensiver auf die praktische Vermittlung der Palligrafie. Leider kann ich daher aber nur noch Interessierte aufnehmen, die bereits nachweislich Vorerfahrungen im palliativen Setting haben. (Siehe auch weiter unten unter Zugangsvoraussetzungen)

Neue Termine 

Wochenende 

Freitag, 08.11.2024, 18 – 20 Uhr (Kennenlernen)

Samstag, 9.11. 2024, 10- 19 Uhr

Sonntag, 09.11. 2024, 9.30 – 17 Uhr 

Besprechungstag Praxisphase

Samstag, 14.12.2024, 9.30 – 19 Uhr

Kursgebühr: 550 €

Kursgröße: Max. 14 Teilnehmer 

Veranstaltungsort: Aurum Cordis, Stader Straße 32, Buxtehude

Seminarraum im Aurum Cordis

Voraussetzungen: Die Masterclass Palligrafie richtet sich ausschließlich an Menschen, die bereits berufliche Vorerfahrungen mit palliativ erkrankten Menschen haben – z.B. Pflegekräfte, Psychotherapeutin*innen oder Psychoonkolog*innen, Ergotherapeut*innen, Kunst- oder Musiktherapeut’innen, Sozialarbeitende oder ausgebildete ehrenamtliche Hospizhelfer*innen. 

Journalistische Kenntnisse sind nicht nötig. Wichtiger ist die Fähigkeit, Menschen in einer existenziellen Situation auf Augenhöhe begegnen zu können und auch vor schwierigen und traurigen Themen keine Angst zu haben. Ein gutes Sprachgefühl und sichere PC-Kenntnisse sind sehr hilfreich. 

Wenn du dich für die Teilnahme an der Masterclass Palligrafie anmelden möchtest, schreibe mir gern noch ein paar Zeilen zu deinen Beweggründen für die Kursteilnahme. Ich freue mich darauf, von dir zu hören! 

sabrina@storycare.de