Dreitägige Intensiv Masterclass & Praxisbegleitung
Neu: Inklusive des Aufbaumoduls Palligrafie® für trauernde An- und Zugehörige
5. – 7. Februar 2027 in Hamburg
Das Leben würdigen und dem Sterben Worte schenken
Im Herbst 2026 findet in Hamburg leider keine Masterclass statt. Ich bin unter anderem in Irland und Nordamerika unterwegs, um die Palligrafie weiter im englischsprachigen Raum zu etablieren. Eigentlich hatte ich überliegt, in dem Zuge auf ein reines Online-Format umzustellen, aber das Feedback meiner ehemaligen Teilnehmenden hat mich überzeugt: Meine Seminare leben vom „Live-Storytelling“, dem spontanen Teilen meiner Erfahrungen im Kontext der jeweiligen Gruppe und unserem inspirierenden Austausch. Das möchte ich in keine Schablone packen – zumindest noch nicht.

Im Zuge der vielen Nachfragen geht es darum im Februar 2027 „live“ weiter, und zwar diesmal inklusive eines ganz besonderen Extras: Dem Aufbau-Workshop „Trauertelling“, der Palligrafie für An-und Zugehörige. Das Projekt habe ich in diesem Jahr erstmals in Irland auf den Weg gebracht. Dabei geht es darum, dass die Menschen, die ein geliebtes Familienmitglied oder eine/n Freund*in gehen lassen mussten, die Geschichte des/der Verstorbenen erzählen. Damit zollen sie nicht nur deren Leben einen wunder-vollen Tribut, es ist auch ein im wahrsten Sinne des Wortes liebe-volles Tool, den eigenen Trauerweg bewusst zu gestalten – auf eine Art, die die Geschichte und das Andenken des Verstorbenen wertschätzend integriert.
Sowohl die „normale“ Palligrafie als auch die Palligrafie für An-und Zugehörige ergänzen sich inhaltlich ganz wunderbar, so dass auch die Teilnehmenden, die nur mit einer Personengruppe arbeiten, von beiden Ausbildungsteilen profitieren.
Ausbildungsinhalte
Die Palligrafie basiert auf Elementen der „Würdezentrierten Therapie“ (Dignity Therapy) nach Professor Harvey Chochinov, die ich in narrative Strukturen übersetzt habe. Dabei nutze ich die verbindende Kraft archetypischer Erzählmuster und die sanfte Magie des klassischen Storytellings, um rote Fäden in bunten Leben aufzuspüren und um Menschen in der existenziellsten Phase ihres Lebens dabei zu helfen, in Übereinstimmung mit sich selbst zu sterben. Ein leiser, in meinem Erleben nach aber so wichtiger Aspekt, der in der gerade so lauten Diskussion um „selbstbestimmtes Sterben“ noch mehr Beachtung finden darf.
Immer wieder durfte ich in den vergangenen sieben Jahren beobachten, wie sich mithilfe der Palligrafie die unterschiedlichsten Lebenskreise friedlich schließen durften. Dabei hat sich für die teilnehmenden Patient*innen und Hospizgäste vor allem die Möglichkeit, auch die schwierigen, herausfordernden und traurigen Momente im Leben und Sterben zu teilen, bezeugen und somit auch würdigen zu lassen, als besonders hilfreich erwiesen.
Es ist eine Sache, über all die Dinge im Leben zu sprechen, die gut gelaufen sind, aber es braucht Mut, Vertrauen, Achtsamkeit und Offenheit auf beiden Seiten, im Dialog auch die Wahrheiten des Lebens an- und auszusprechen, die im Alltag immer noch so viele Menschen sprachlos machen.
Es geht in der Palligrafie-Arbeit daher auch darum, Worte für das scheinbar Unsagbare zu finden. Das kann helfen, ein größeres Bewusstsein für die persönliche Abschieds-Situation zu schaffen, aber jede Palligrafie ist auch ein kleiner, sehr wertvoller Beitrag für einen offeneren Umgang mit Sterben und Tod in unserer Gesellschaft. Ich bin all meinen Gesprächspartner*innen der vergangenen Jahre so dankbar, dass sie bereit waren, mir im Angesicht des Todes ihre Geschichten zu erzählen. Sie haben damit nicht nur ihren Liebsten ein wertvolles Andenken hinterlassen, sondern auch mir ein großes Geschenk gemacht, denn ich durfte an jedem Menschen lernen und wachsen, und meinen Ansatz immer weiter verfeinern.
Seit 2024 habe ich rund 80 Menschen aus Deutschland, der Schweiz, Luxemburg und Irland in der Palligrafie ausgebildet. Viele davon schreiben heute regelmäßig die Lebensgeschichten von palliativ erkrankten Menschen in Hospizen, Palliativstationen, in der Häuslichkeit und Alten-und Pflegeheimen auf und machen es ihnen damit nicht nur ein bisschen leichter, das eigene Leben loszulassen – sie gestalten gemeinsam mit ihrem Gegenüber auch ein unglaublich kostbares Abschiedsgeschenk für die Menschen, die in diesem Leben die Wichtigsten waren.
Nun möchte ich das Gelernte ein weiteres Mal weitergeben, in meiner dreitägigen Intensiv-Masterclass am 5., 6. &. & 7. Februar 2027, gefolgt von einer durch Online-Terminen begleiteten Praxisphase.

An dem Präsenzwochenende in St. Pauli werden wir uns mit folgenden Themen beschäftigen:
- Herleitung Würdemodell und Entwicklung der Würde-Therapie nach Chochinov
- Archetypische Erzählmuster und -strukturen
- Wirkungsweise traditionellen Storytellings; Einflussnahme auf die Hormonkonstellation und auf das autonome Nervensystem
- Narrative Medizin im palliativen Kontext
- Vorstellung des Palligrafie-Fragebogens
- Analyse mehrerer echter Fallbeispiele
- Selbsterfahrung mittels Partner*innenübung
- Rolle des/der Palligraf*in: High Involvement, Low Attachement
- Vermittlung des technischen Rüstzeugs zur Durchführung der Palligrafie
- Übertragung der Palligrafie Struktur auf den Trauertelling-Prozess: Palligrafie für An-und Zugehörige
- Beleuchtung verschiedener Trauerpersönlichkeiten und ihrer besonderen Merkmale in Bezug auf Storytelling: minderjährige Kinder, erwachsene Kinder, Partner*innen, Freund*innen und Hinterbliebene nach Suizid
Im Anschluss starten wir in eine mehrwöchige Praxisphase, in der ihr selbstständig in eurem beruflichen oder privaten Umfeld eine Palligrafie für einen palliativ erkrankten Menschen oder für einen An-und Zugehörigen einer verstorbenen Person durchführen und gestalten werdet. An zwei Samstag Nachmittagen, die wir in der Gruppe festlegen, treffen wir uns online, um eure „Gesellenstücke“ vorzustellen und zu besprechen. Die Einreichung einer eigenen Palligrafie und die Teilnahme an mindestens einem Online-Treffen ist die Voraussetzung, die Masterclass mit Zertifikat abzuschließen und anschließend den geschützten Namen „Palligrafie“ benutzen zu dürfen. Während der Praxisphase und darüber hinaus stehe ich bei Bedarf als Ansprechpartnerin auch im 1:1 Kontakt zur Verfügung.
Das Präsenzseminar findet auch diesmal wieder in den schönen Veranstaltungsräumen des Stadtteil-und Kulturzentrums „Kölibri“ auf St. Pauli statt. In unmittelbarer Nähe findet ihr zahlreiche Cafés und in weniger als zwei Minuten steht ihr an der Elbe und könnt in den Pausen den Blick auf den Hafen, die Schiffe & die Elbphilarmonie genießen. Vielleicht habt ihr ja Lust, noch einen Tag dranzuhängen und ein verlängertes Wochenende in Hamburg zu genießen. Wer möchte, kann Sonntagmorgen vor Seminarbeginn auch noch den Fischmarkt besuchen, der ist ebenfalls nur wenige Gehminuten entfernt, ebenso wie die Reeperbahn auf der anderen Seite. Aber keine Sorge, da wo wir sind, verlaufen sich kaum Tourist*innen – wir haben es dort ruhig und gemütlich.

Die Online-Treffen werden über Zoom stattfinden.
Termine und Kosten
Masterclass Wochenende (Präsenz)
Freitag, 05.02.2027 14 – 19 Uhr
Samstag, 06.02.2027 10 – 19 Uhr
Sonntag, 07.02.2027 9.30 – 17 Uhr
Gruppen-Supervision (Online)
Innerhalb der Gruppe verabreden wir zwei Supervisionstermine (jeweils ein Samstag-Nachmittag) in einem Zeitraum von 6 –12 Wochen nach dem Praxisseminar, an denen wir unsere Erfahrungen teilen. Alle Teilnehmenden bekommen ein ausführliches Feedback zu ihrem Gesellenstück, bevor es an den/die Empfänger*in weitergegeben wird.
Kosten: 750 Euro bei einer Zertifizierung (inkl. Supervision)
Wenn du dich im Kursverlauf oder im Anschluss des Kurses entscheidest, dich in beiden Palligrafie-Bereichen zertifizieren zu lassen, berechne ich dir eine zusätzliche Gebühr von 120 Euro.
Zugangsvoraussetzungen: Mir ist wichtig, dass alle Teilnehmenden eine reelle
Chance haben, nach erfolgreicher Teilnahme am Kurs auch wirklich in die Praxis zu kommen. Dafür ist es hilfreich, bereits an eine Einrichtung, einen Dienst oder eine Organisation angebunden zu sein, die Menschen mit palliativen Erkrankungen versorgen.
Aus demselben Grund nehme ich bevorzugt Interessierte in die Masterclass auf, die bereits Vorerfahrungen mit palliativ erkrankten Menschen haben, über das eigene familiäre Umfeld hinaus – z.B. Pflegekräfte, Psychotherapeut*innen oder Psychoonkolog*innen, Ergotherapeut*innen, Kunst- oder Musiktherapeut*innen, Sozialarbeitende, Heilpraktiker*innen, Betreuungsassistent*innen und natürlich ausgebildete oder sich in Ausbildung befindende ehrenamtliche Hospizhelfer*innen mit anderen beruflichen Hintergründen.
Im Zuge des, um das Trauertelling erweiterterte, Kurs-Curriculums sind diesmal auch Trauerbegleiter*innen oder Trauerredner*innen herzlich willkommen!
Journalistische Kenntnisse sind nicht nötig, wichtiger sind die Fähigkeiten,
Menschen in einer existenziellen Situation auf Augenhöhe begegnen zu können und auch vor schwierigen und traurigen Themen keine Angst zu haben. Aber keine Sorge, ich unterstütze euch auch dabei. Ein gutes Sprachgefühl und sichere Textverarbeitungskenntnisse sind in jedem Fall sehr hilfreich.
Wenn du dich für die Teilnahme an der Masterclass Palligrafie anmelden
möchtest, schreibe mir gern ein paar Zeilen zu dir und deinen Beweggründen für die Kursteilnahme. Ich freue mich sehr darauf, von dir zu hören!
