PALLIGRAFIE® – INTENSIV-MASTERCLASS & PRAXISBEGLEITUNG
5.–7. Februar 2027 in Hamburg
Neu: inklusive Aufbaumodul Trauertelling – Palligrafie® für trauernde An- und Zugehörige
Palligrafien würdigen, was war, halten fest, was bleiben soll – und können dabei helfen, das eigene Leben in Übereinstimmung mit sich selbst zu Ende zu leben.
Seit 2024 habe ich rund 80 Menschen aus Deutschland, der Schweiz, Luxemburg und Irland in der Palligrafie ausgebildet. Viele von ihnen schreiben heute Lebensgeschichten in Hospizen, auf Palliativstationen, in der Häuslichkeit sowie in Alten- und Pflegeeinrichtungen.
Im Februar 2027 gebe ich meine nächste dreitägige Intensiv-Masterclass in Hamburg – erstmals mit einem neuen Schwerpunkt, der mir in den vergangenen Monaten sehr ans Herz gewachsen ist: der Palligrafie für trauernde An- und Zugehörige.

Was erwartet dich?
Drei intensive Präsenztage in Hamburg, eine mehrwöchige eigene Praxisphase und zwei begleitende Online-Supervisionen.
Du lernst die Palligrafie nicht nur theoretisch kennen, sondern wendest sie anschließend selbst an. Während dieser ersten eigenen Arbeit begleite ich dich persönlich und gebe dir ausführliches individuelles Feedback zu deinem „Gesellenstück“.
Nach erfolgreichem Abschluss erhältst du dein Zertifikat und darfst den geschützten Namen Palligrafie® für deine Arbeit verwenden.
Das Leben erzählen – auch dort, wo es schwierig wird
Die Palligrafie basiert auf Elementen der Würdezentrierten Therapie (Dignity Therapy) nach Professor Harvey Chochinov, die ich in narrative Strukturen überführt und mit klassischen Storytelling-Methoden verbunden habe.
Wir suchen nach roten Fäden in bunten Leben. Nach prägenden Erfahrungen, Wendepunkten und Brüchen – und nach dem, was einen Menschen ausmacht.
Dabei geht es nicht nur um die „schönen“ Geschichten.
In den vergangenen sieben Jahren habe ich immer wieder erlebt, wie wichtig es für Menschen am Lebensende sein kann, auch das Schwierige, Traurige oder Unvollendete erzählen zu dürfen – und einen Menschen an der Seite zu haben, der davor nicht zurückschreckt.
Es ist eine Sache, über das zu sprechen, was im Leben gut gelaufen ist. Es braucht Vertrauen, Achtsamkeit und Offenheit auf beiden Seiten, auch jene Wahrheiten aus- und anzusprechen, die uns im Alltag oft sprachlos machen.
Palligrafie bedeutet deshalb auch, Worte für das scheinbar Unsagbare zu finden.
Am Ende entsteht eine persönliche Lebensgeschichte, die das gelebte Leben würdigt und festhält, was einem Menschen wichtig ist. Sie kann dabei helfen, zurückzublicken und Abschied zu nehmen – und hinterlässt den Menschen, die bleiben, ein sehr persönliches Erinnerungsstück.
Neu ab 2027: Palligrafie für trauernde An- und Zugehörige
Manchmal kann ein Mensch seine Geschichte nicht mehr selbst erzählen. Aber sie kann trotzdem bewahrt werden.
Mein erstes Trauertelling entstand aus genau einer solchen Situation.
Ein schwer erkrankter Mann wollte seine Palligrafie erzählen und freute sich darauf, seiner Frau und seinen Kindern seine Geschichte zu hinterlassen. Doch er starb, bevor wir beginnen konnten.
Seine Frau entschied sich, die Geschichte trotzdem zu erzählen. Oder genauer: ihre Geschichte von ihm.
Sie erzählte von dem Mann, den sie geliebt hatte, vom Vater ihrer Kinder, von seinem Leben vor ihr und ihrem gemeinsamen Leben. Von Eigenheiten und Leidenschaften, glücklichen Momenten und schwierigen Zeiten. Von Krankheit und Abschied – und von dem, was von ihm bleibt.
Aus diesem ersten Projekt hat sich das Trauertelling als eigene Form der Palligrafie entwickelt. Inzwischen sind weitere dieser Geschichten entstanden.
Beim Trauertelling erzählen trauernde An- und Zugehörige die Geschichte eines verstorbenen Menschen aus ihrer Erinnerung heraus. Nicht mit dem Anspruch, stellvertretend seine Wahrheit zu erzählen, sondern aus der eigenen Perspektive:
Wer war dieser Mensch für mich? Was haben wir miteinander erlebt? Was bleibt? Was sehe ich heute vielleicht anders als damals? Und wie kann ich sein Andenken würdigen und bewahren?
So entsteht ein persönliches Porträt des verstorbenen Menschen – und gleichzeitig eine Geschichte der Beziehung zu ihm.
Auch das Erzählen selbst kann Teil des Trauerweges werden: Erinnerungen bekommen Raum, Zusammenhänge werden sichtbar, manches darf noch einmal betrachtet und vielleicht auch neu verstanden werden.
Palligrafie und Trauertelling haben vieles gemeinsam – und unterscheiden sich an entscheidenden Stellen. Genau damit werden wir uns am dritten Tag der Masterclass ausführlich beschäftigen.

Was wir in den drei Tagen gemeinsam erarbeiten
Wir beschäftigen uns mit der Herleitung des Würdemodells und der Würdezentrierten Therapie nach Chochinov, mit Narrativer Medizin und mit der Frage, warum Geschichten gerade für Menschen in existenziellen Lebenssituationen eine besondere Bedeutung haben können.
Du lernst archetypische Erzählmuster und narrative Strukturen kennen und erfährst, wie sie uns dabei helfen können, den roten Faden einer Lebensgeschichte sichtbar zu machen.
Wir arbeiten intensiv mit dem Palligrafie-Fragebogen, mit echten Fallbeispielen und natürlich mit dem Storytelling selbst: Wie bekomme ich die Essenz eines ganzen Lebens in einem Gespräch zu fassen? Welche Fragen bringen uns zu den Geschichten, auf die es wirklich ankommt? Wie erkenne ich Wendepunkte, prägende Erfahrungen und das, was zwischen den Zeilen liegt? Wie erkenne ich, wo es sich lohnt, nachzufragen? Wie gehe ich mit schwierigen Erinnerungen um? Und wie entsteht aus all dem anschließend ein Text, in dem sich der erzählende Mensch tatsächlich wiederfindet?
Wir beschäftigen uns auch mit unserer Haltung als Palligraf*innen und dem Prinzip „High Involvement – Low Attachment“: Wie können wir uns wirklich auf einen Menschen und seine Geschichte einlassen, ohne sie zu unserer eigenen zu machen?
Eine Selbsterfahrung in Partner*innenarbeit gehört ebenfalls dazu. Denn bevor wir andere Menschen durch ihre Lebensgeschichte begleiten, sollten wir zumindest eine Ahnung davon bekommen, wie es sich auf der anderen Seite anfühlt.
Und natürlich geht es auch ganz praktisch darum, wie aus dem Gespräch am Ende eine fertige Palligrafie wird: von Aufnahme und Transkription über Bearbeitung und Abstimmung bis zur Gestaltung des fertigen Büchleins.
Am dritten Tag übertragen wir diese Arbeit auf das Trauertelling. Was verändert sich, wenn der Mensch, um dessen Leben es geht, nicht mehr selbst erzählen kann? Wie bleiben wir konsequent in der Perspektive der trauernden Person? Welche Fragen braucht es? Wo liegen die Grenzen? Und was bedeutet es für das Gespräch, ob ich mit einem Partner oder einer Partnerin, einem erwachsenen oder minderjährigen Kind, Freund*innen oder anderen nahestehenden Menschen arbeite?
Auch besondere Trauersituationen – beispielsweise nach einem Suizid – werden dabei Thema sein.

Nach der Masterclass geht es in die Praxis
Denn Palligrafie lernt man nicht allein im Seminarraum.
Nach den drei Präsenztagen beginnt deshalb eine mehrwöchige Praxisphase. Du führst selbstständig in deinem beruflichen oder privaten Umfeld eine Palligrafie mit einem palliativ erkrankten Menschen oder ein Trauertelling mit einem An- oder Zugehörigen eines verstorbenen Menschen durch und gestaltest daraus dein erstes eigenes „Gesellenstück“.
Dabei bist du nicht allein.
An zwei Samstagnachmittagen treffen wir uns als Gruppe online zur Supervision, teilen Erfahrungen und besprechen Fragen, die während der ersten eigenen Arbeit entstehen.
Dein fertiges „Gesellenstück“ lese ich vollständig und gebe dir dazu ein ausführliches individuelles Feedback, bevor es an die erzählende Person weitergegeben wird.
Und auch zwischen den Terminen stehe ich dir während deiner ersten Palligrafie bzw. deines ersten Trauertellings als Ansprechpartnerin zur Verfügung.
Zertifizierung
Die Einreichung einer eigenen Palligrafie bzw. eines Trauertellings sowie die Teilnahme an mindestens einem der beiden Online-Treffen sind Voraussetzung für den erfolgreichen Abschluss der Masterclass.
Anschließend erhältst du dein Zertifikat und darfst den geschützten Namen Palligrafie® für deine Arbeit verwenden.
Im Kurspreis ist die Zertifizierung in einem der beiden Bereiche enthalten.
Wenn du dich sowohl für die klassische Palligrafie als auch für das Trauertelling zertifizieren lassen möchtest, kannst du anschließend ein zweites „Gesellenstück“ einreichen. Für die zusätzliche Begleitung, mein individuelles Feedback und die zweite Zertifizierung berechne ich 120 Euro.
Für wen ist die Masterclass gedacht?
Mir ist wichtig, dass du nach der Ausbildung eine echte Chance hast, mit der Palligrafie auch praktisch zu arbeiten.
Für die klassische Palligrafie ist es deshalb hilfreich, bereits an eine Einrichtung, einen Dienst oder eine Organisation angebunden zu sein, die Menschen mit palliativen Erkrankungen begleitet.
Die Masterclass richtet sich vor allem an Menschen, die bereits Erfahrung in der Begleitung schwerkranker, sterbender oder trauernder Menschen haben – zum Beispiel Pflegekräfte, Psychotherapeut*innen und Psychoonkolog*innen, Ergo-, Kunst- oder Musiktherapeut*innen, Sozialarbeitende, Heilpraktiker*innen, Betreuungsassistent*innen sowie ausgebildete oder sich in Ausbildung befindende ehrenamtliche Hospizbegleiter*innen.
Durch das neue Trauertelling-Modul sind 2027 ausdrücklich auch Trauerbegleiter*innen und Trauerredner*innen herzlich willkommen.
Journalistische Vorkenntnisse brauchst du nicht.
Viel wichtiger sind die Fähigkeit und die Bereitschaft, Menschen in existenziellen Situationen auf Augenhöhe zu begegnen, aufmerksam zuzuhören und auch vor schwierigen oder traurigen Themen nicht zurückzuschrecken.
Ein gutes Sprachgefühl und sichere Kenntnisse in der Textverarbeitung sind hilfreich. Alles andere erarbeiten wir gemeinsam.

Warum wieder live in Hamburg?
Ich hatte tatsächlich darüber nachgedacht, die Masterclass künftig ausschließlich online anzubieten.
Aber meine ehemaligen Teilnehmer*innen waren ziemlich eindeutig: Diese Fortbildung lebt vom direkten Austausch. Vom Live-Storytelling, von spontanen Fragen, echten Fallgeschichten und all den Dingen, die entstehen, wenn Menschen drei Tage gemeinsam in einem Raum arbeiten.
Also bleiben wir live.
Die Masterclass findet wieder im Stadtteil- und Kulturzentrum Kölibri auf St. Pauli statt. Rundherum gibt es zahlreiche Cafés, und in weniger als zwei Minuten steht ihr an der Elbe mit Blick auf Hafen, Schiffe und Elbphilharmonie.
Und wer am Sonntagmorgen sehr motiviert ist: Der Fischmarkt ist ebenfalls nur ein paar Gehminuten entfernt. Die Reeperbahn übrigens auch. Aber keine Sorge – bei uns um die Ecke ist es erstaunlich ruhig. 😉
Termine und Kosten
Präsenz-Masterclass in Hamburg
Freitag, 5. Februar 2027 | 14–19 Uhr
Samstag, 6. Februar 2027 | 10–19 Uhr
Sonntag, 7. Februar 2027 | 9.30–17 Uhr
Gruppen-Supervision online
Nach dem Präsenzwochenende vereinbaren wir innerhalb der Gruppe zwei Online-Supervisionen an Samstagnachmittagen. Sie finden innerhalb der folgenden 6–12 Wochen statt.
Die Teilnahme an mindestens einem Supervisionstermin ist Voraussetzung für die Zertifizierung.
Kosten: 750 Euro
Darin enthalten sind die dreitägige Intensiv-Masterclass, das Aufbaumodul Trauertelling, die begleitete Praxisphase, zwei Gruppen-Supervisionen, mein individuelles Feedback zu deinem „Gesellenstück“ sowie die Zertifizierung in einem der beiden Palligrafie-Bereiche.
Optionale zweite Zertifizierung: 120 Euro
Interesse?
Wenn du an der Masterclass Palligrafie® teilnehmen möchtest, schreib mir gern ein paar Zeilen über dich, deinen beruflichen oder ehrenamtlichen Hintergrund und darüber, warum du die Palligrafie lernen möchtest.
Ich freue mich darauf, von dir zu hören.
sabrina@storycare.de
