{"id":131,"date":"2021-01-12T18:23:16","date_gmt":"2021-01-12T18:23:16","guid":{"rendered":"http:\/\/sabrinagoerlitz.de\/?page_id=131"},"modified":"2026-04-19T14:22:15","modified_gmt":"2026-04-19T14:22:15","slug":"wuerdezentrierte-therapie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/storycare.de\/?page_id=131","title":{"rendered":"W\u00dcRDEZENTRIERTE THERAPIE"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>2019 habe ich bei der Gesellschaft f\u00fcr Patientenw\u00fcrde in Mainz die Ausbildung in der \u201eW\u00fcrdezentrierten Therapie\u201c (Dignity Therapy) absolviert, die von dem kanadischen Palliativpsychologen Prof. Harvey M. Chochinov forschungsbasiert entwickelt wurde.\u00a02021 haben ich das Aufbauseminar besucht.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"617\" src=\"https:\/\/storycare.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/logo-r-storeycare-1024x617.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-678\" srcset=\"https:\/\/storycare.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/logo-r-storeycare-1024x617.png 1024w, https:\/\/storycare.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/logo-r-storeycare-300x181.png 300w, https:\/\/storycare.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/logo-r-storeycare-768x463.png 768w, https:\/\/storycare.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/logo-r-storeycare-1536x926.png 1536w, https:\/\/storycare.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/logo-r-storeycare-2048x1234.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Die W\u00fcrdezentrierte Therapie war mein Start in die palliative Biografiearbeit \u2013 durch sie habe ich eine wundervolle M\u00f6glichkeit gefunden, meine Liebe f\u00fcr das Schreiben mit der Palliativbegleitung zu verbinden. Mit der Zeit habe ich mich jedoch immer weiter von der Vorgehensweise der W\u00fcrdezentrierte Therapie entfernt. W\u00e4hrend diese sich in ihrem Selbstverst\u00e4ndnis als psychologische Kurzintervention versteht, setze ich mit ganzem Herzen auf die Kraft des Geschichtenerz\u00e4hlens.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Palligrafie und W\u00fcrdezentrierte Therapie: Unterschiede und Gemeinsamkeiten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Geschichtenerz\u00e4hlen ist so alt wie die Menschheit \u2013 schon vor Tausenden von Jahren sa\u00dfen die Menschen am Lagerfeuer zusammen und teilten ihre Abenteuer, aber auch ihre Trauer miteinander. Indem wir unsere Geschichte erz\u00e4hlen, kann sich nachweislich unser Nervensystem beruhigen und sogar die Hormonaussch\u00fcttung im Gehirn kann reguliert werden. H\u00e4ufig darf ich im Gespr\u00e4chsverlauf erleben, wie mein Gegen\u00fcber zunehmend in die Entspannung findet und dabei gleichzeitig wacher und konzentrierter wird. Das ist auch wissenschaftlich erkl\u00e4rbar: Dort, wo vorher Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol das Sagen hatten, d\u00fcrfen sich nun Dopamin, Endorphin und Oxytozin ausbreiten \u2013 f\u00fcr mehr Konzentration, Freude, Verbindung und Empathie.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Herangehensweise unterscheidet sich auch insofern, dass neben dem wertsch\u00e4tzenden R\u00fcckblick auf das gelebte Leben auch die Gef\u00fchle und Gedanken im Hinblick auf den bevorstehenden Tod zum Ausdruck gebracht werden k\u00f6nnen. W\u00e4hrend die W\u00fcrdezentrierte Therapie insgesamt vor allem die positiven Dinge in den Fokus ihrer R\u00fcckschau nimmt, werden in der Palligrafie ganz bewusst auch die traurigen Momente des Lebens und des Sterbens \u201egew\u00fcrdigt\u201c, mit denen sich todkranke Menschen mitunter sehr allein gelassen f\u00fchlen. H\u00e4ufig f\u00e4llt es ihnen im Anschluss ein wenig leichter, ihr inneres Einverst\u00e4ndnis in ihre Situation zu geben und ihre letzten Lebenswochen oder Monate, aber auch ihren Abschied ganz bewusst zu gestalten.&nbsp;Menschen, die ihre Palligrafie hinterlassen, sterben unseren Beobachtungen nach mitunter sogar sanfter. Man k\u00f6nnte auch sagen: \u201esie gehen in Frieden\u201c.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich ist der Begriff der \u201eSterbequalit\u00e4t\u201c in dem Zusammenhang zu einem wichtigen Schl\u00fcsselwort geworden, w\u00e4hrend die W\u00fcrdezentrierte Therapie die \u201eLebensqualit\u00e4t\u201c in den Fokus nimmt. Vielleicht ist beides \u201eam Ende\u201c das Gleiche, aber wir sollten meines Erachtens in der Palliativversorgung auch die Dinge benennen, um die es wirklich geht \u2013 damit aus dem \u201eummanteln\u201c, wie das aus dem Lateinischen kommende Wort \u201epalliativ\u201c \u00fcbersetzt wird, kein \u201ezudecken\u201c wird.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend die W\u00fcrdezentrierte Therapie auf Basis eines Fragenkatalogs erstellt wird, der verschiedene Themenbereiche abdeckt, habe ich mit Hilfe verschiedener traditioneller Erz\u00e4hlmuster eine flexible Struktur entwickelt, die mehr einer Lebensreise gleicht, auf der wir an den wichtigsten und pr\u00e4gendsten Stationen anhalten. Wir erinnern uns an besondere Ereignisse und lebensver\u00e4ndernde Momente, und an all die Menschen, die an unserer Seite waren oder es noch immer sind. Auch diesen Menschen&nbsp;kann die Palligrafie in Zeiten der Trauer Trost spenden.&nbsp;Es ist hilfreich zu wissen, wie ein Mensch erinnert werden m\u00f6chte und welche Dinge ihm im Leben am wichtigsten waren \u2013 und manchmal eben auch, wie er sich das \u201eDanach\u201c vorgestellt hat.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2019 habe ich bei der Gesellschaft f\u00fcr Patientenw\u00fcrde in Mainz die Ausbildung in der \u201eW\u00fcrdezentrierten Therapie\u201c (Dignity Therapy) absolviert, die von dem kanadischen Palliativpsychologen Prof. Harvey M. Chochinov forschungsbasiert entwickelt wurde.\u00a02021 haben ich das Aufbauseminar besucht. 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